Barfußschuhe – Barfußlaufen mit Schutz

0

Barfußlaufen ist IN! In rasanter Geschwindigkeit erobern derzeit die sogenannten Barfußschuhe ganz Deutschland. Ja, richtig gehört! Was wie ein Widerspruch in sich klingt, ist das Ergebnis neuester Entwicklungen bei Freizeit-, Sport- und Laufschuhen. Jahrelang versuchte man mit Schuhen möglichst perfekt zu dämpfen und nun gehen die Entwicklungen immer mehr in die Richtung des Minimalismus. Mehr und mehr Menschen outen sich als Fans der ungewöhnlichen Schuhe, die manchmal eher wie Socken wirken. Warum die neuen Treter so angesagt sind und was so toll am Barfußlaufen ist, erfahren Sie jetzt.

Warum barfuß laufen?

Über Jahre hinweg wurde an Schuhmodellen gearbeitet, die möglichst viel Gel, Dämpfung und Stützung bieten sollten. Barfuß liefen zwar schon unsere Vorfahren in der Steinzeit herum, doch wenn wir nicht gerade am Strand sind, tun wir es heutzutage kaum noch. Viel zu gefährlich wäre es, auf den Straßen barfuß zu laufen und eventuell in eine Glasscherbe oder ähnliches zu treten. Geradezu verlernt haben unsere Gelenke eine der ursprünglichsten Fähigkeiten des Menschen. High-Heels, Schuhe mit Absätzen und speziell entwickelte Sportschuhe traten an die Stelle der Natürlichkeit und sorgten somit auch für ganz andere Laufstile. Dabei ist unser natürlicher Laufstil auf den Körper im Normalfall schon sehr gut eingestellt. Beim Barfußlaufen bewegt man sich nach dem sogenannten „Ballengang“. Der Fuß macht die typische Abrollbewegung vom Fußballen und kommt beim Laufen auf dem Mittelfuß auf. Generell sind unsere Schritte beim natürlichen Laufstil kleiner und die Schrittsequenz höher als beim Laufen mit Schuhen, die eine Dämpfung haben. Ganz unterbewusst passt sich unser Körper nämlich an, wodurch sich der Laufstil grundlegend ändert. Wenn wir Schuhe mit Dämpfung tragen, bewegen wir uns dementsprechend nach dem „Fersengang“. Dabei trifft der Fuß beim Laufen zuerst mit der Ferse auf, was durch die enthaltene Dämpfung automatisch abgefangen wird. Jedoch kräftigt das Barfußlaufen optimal die Muskeln, Bänder und Sehnen und damit unsere gesamte Fußmuskulatur. Außerdem wird dabei unsere Durchblutung gesteigert, das Gleichgewicht verbessert und der Kreislauf gestärkt. Genau darum sagen viele Mediziner, dass Barfußlaufen am allerbesten ist. Und das, obwohl unsere Sportschuhe heutzutage so weit entwickelt sind! Unsere Füße sind allerdings durch Rezeptoren an der Sohle normalerweise gut in der Lage, auf kleinere Unebenheiten des Bodens zu reagieren. Genau diese ursprünglichen Fähigkeiten unseres Körpers sollen nun die neusten Entwicklungen wieder zurückholen. Nach diesen Annahmen ist alles, was der Fuß noch braucht, ein wenig Schutz. Und genau an diesem Punkt setzen die Barfußschuhe an.

Alles über Barfußschuhe

Die „Barfußschuhe“ oder auch „minimale Schuhe“ sind Laufschuhe, die keinerlei Fußbett besitzen. Sie haben lediglich eine flache und flexible Sohle, um den Fuß vor Scherben, Nässe oder ähnlichem zu schützen. Dieser Schutz der Füße soll quasi den einzigen Unterschied zum Barfußlaufen darstellen. Dementsprechend sind keine Stabilisierungen oder Pronationsstützen vorhanden und auch eine Dämpfung ist, wenn überhaupt, nur sehr gering zu finden. Die Schuhe sind sehr leicht, passen sich an den Fuß an und lassen sich beinah wie Socken abrollen. Es ist weder eine Sprengung noch ein Absatz vorhanden, sodass der gesamte Fuß auf einer gemeinsamen Höhe aufliegt. Der Vorderfußbereich ist meist großzügig geschnitten, um die natürliche Bewegung der Zehen beim Laufen zu unterstützen. Damit soll dem Fuß die Bewegungsfreiheit gegeben werden, die man sonst nur vom Barfußlaufen kennt. Das Ziel besteht dementsprechend darin, das Laufgefühl so nah wie möglich an das richtige Barfußlaufen zu bringen. Darum spürt der Läufer auch alles auf dem Boden durch die Barfußschuhe. Jedes Steinchen, jede kleine Erhebung ist fühlbar – viele Läufer mit Barfußschuhen beschreiben dies als spannendes, neues Lauferlebnis. Die leichte Sohle ist tatsächlich nur zum Schutz vor Verletzungen vorhanden.

Mittlerweile werden die angesagten Treter von allen großen Schuhherstellern angeboten, unter anderem von Nike, Adidas, Asics, New Balance und Brooks. Sie werben damit, dass die Barfußschuhe das natürliche Abrollverhalten und das Aufkommen auf dem Mittelfuß fördern. Dieser natürliche Laufstil sorgt für eine völlig andere Körperhaltung beim Laufen als mit gewöhnlichen Laufschuhen.  Manche Hersteller bieten zudem Barfußschuhe mit einer sogenannten „Zehenbox“ an. Wie man es von Handschuhen kennt, hat dabei jeder Zeh seine eigene Box. Um letzten Endes zu entscheiden, welches Modell für Sie ganz persönlich am besten ist und ob sich das Barfußlaufen für Sie eignet, sollten Sie vorher einige Punkte abklären. Denn auch wenn Barfußlaufen einige Vorteile bietet, muss man doch auf einige Dinge achten, bevor man unbedacht damit losläuft.

Barfuß laufen kann doch jeder – oder?

Auch wenn Barfußlaufen die Natur des Menschen darstellt, so ist doch in vielen Punkten Vorsicht geboten. Bevor Sie nun also ins nächste Fachgeschäft eilen und sich Barfußschuhe zulegen, sollten Sie sich auch genauestens über eventuelle Nachteile und Vorsichtsmaßnahmen auskennen.

Generell sind Barfußschuhe nicht für jeden Läufer geeignet. Fußerkrankungen oder Fehlstellungen des Fußgewölbes benötigen oft mehr Stützung als die Barfußschuhe bieten. Darum sollten Sie vor dem Kauf von Barfußschuhen eine genaue Laufanalyse und Analyse des Fußes durchführen lassen. Lassen Sie sich von einem Mediziner beraten, ob sich diese Art Schuh für Sie ganz individuell eignet. Im Fachgeschäft können Sie schließlich Ihr Modell auswählen, doch auch hier ist eine Beratung hilfreich.

Wenn Sie schließlich Ihr Modell zu Hause haben, ist erstmal Anpassung angesagt. Ja, direkt enthusiastisch loszulaufen kann Schmerzen und Blasen zur Folge haben. Die meisten von uns sind das Barfußlaufen nicht mehr gewohnt, weshalb der Körper viel Zeit der Anpassung braucht. Lassen Sie es darum langsam angehen mit wenigen Minuten pro Tag in Ihren Barfußschuhen. Vorsichtige Steigerungen anschließend verhindern Überlastungen und damit verbundene Verletzungen des Fußes. Lassen Sie sich für die Gewöhnung an Barfußschuhe mindestens 3 Monate Zeit – Ihr Körper wird es Ihnen danken! Eine gute Vorbereitung des Läufers ist nämlich das A und O, um wirklich Spaß am Laufen mit Barfußschuhen zu haben. Mit trainierten Muskeln fällt es dem Fuß viel leichter, das gesamte Körpergewicht zu tragen und den Aufprall selbst abzufangen, wie es beim Barfußlaufen nötig ist.

Beim Laufen an sich sollten Sie schließlich darauf achten, dass der Untergrund nicht zu hart ist, um wenigstens ein wenig Dämpfung zu haben. Befindet sich Ihre Laufstrecke auf einem Waldboden, Parkweg oder Rasen ist das optimal. Nun können Sie das freie, neue Laufgefühl ohne Probleme genießen! Legen Sie allerdings Ihre bisherigen Laufschuhe nicht ganz zur Seite – viele Experten sehen das permanente Barfußlaufen kritisch. Sie sagen: „Barfußlaufen ja, aber mit Maß!“. Eine gesunde Abwechslung mit gewöhnlichen Laufschuhen ist also optimal! Ab und zu brauchen unsere Füße dann eben doch ein wenig mehr Schutz und Hilfe als nur eine leichte Sohle.

 

 

 

Bildquelle Beitragsbild: © minicel73 / Fotolia.com

Share.

About Author

Ich heiße Maike und bin Bloggerin. Neben meinem eigenen Blog Maikikii betreibe ich auch diesen Blog namens "Gute Laufschuhe". Ich schreibe hier als Autorin regelmäßig Beiträge, die sich rund um das Thema "Laufschuhe" und generell um das Thema "Laufen" drehen.

Leave A Reply